Kurz nach Weihnachten war es wieder soweit, die nunmehr dritte Winterwanderung im schönen Elbland stand an. Die Strecke, die wir dieses Mal gewählt hatten, führte uns an einem sehr geschichtsträchtigen Ort entlang, an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg. Es ging an den nach dem Befreiungskrieg gegen Napoleon, auf dessen Seite die Sachsen standen, aufgestellten Grenzsteinen entlang, wo Sachsen große Teile seiner Ländereien abtreten musste.
Zwischen den Jahren sollte man das scheidende Jahr Revue passieren lassen. Aber nicht nur eine persönliche Rückblende sollte in dieser Zeit erfolgen, sondern sollten wir auch im politischen Sinne unsere Taten hinterfragen und daraus Schlussfolgerungen für das neue Kampfjahr ziehen.
Der einsame Talkessel ist schon lange in das tiefe Schwarz der Nacht gehüllt. Die steilen, hohen Wände geben der Dunkelheit ohnehin schon schneller Raum als auf den Höhen in der Umgebung, und besonders heute, denn heute ist die Nacht der Wintersonnenwende. Der Tag, an dem das Licht über die Dunkelheit siegt und die Tage wieder länger werden
Trotz der Dunkelheit herrscht emsiges Treiben in dem kleinen Tal. Kurze Kommandos, schnelle Schritte, hier und da klappert Holz auf Holz oder flammt der Lichtkegel einer Taschenlampe auf. Die Jungen und Mädel der JN Muldental organisieren zusammen mit ihren Kameraden aus der Messestadt Leipzig die heutige Feierstunde. Die Arbeit geht zügig vonstatten, man kennt sich, man ist aufeinander eingespielt. Der eine oder andere wirft einen besorgten Blick zum Himmel. Es regnet den ganzen Tag schon in Strömen. Jetzt klart es ein wenig auf, banges Hoffen: „Wird das Wetter halten?“.
Vor allem in unseren „Shopping Centern“ (Kaufhäusern) wird man inzwischen bereits im Monat September auf die „family-days“ eingestimmt. „Christmas“ (Weihnachten/Julfest), oder neuenglisch „X-Mas“, ist schon lange kein kirchliches (oder gar heidnisches) Fest mehr. Inzwischen geht es nur noch um eins: um unser Geld. In den Schaufenstern lächelt mich „Santa Claus“ an, aus den Lautsprechern dröhnt „Jingle Bells“. Überall mahnt mich der „Father Christmas“, bis zum „Candle-Night-“ und „Come-Together-Event“ (Heiligabend) noch mehr „presents“ (Geschenke) zu kaufen, der Verkäufer verabschiedet mich mit einem „Merry X-mas“ (frohes Fest) - und mir, mir fehlen die Worte.
Die Vorbereitung des jährlichen Heldengedenkens ist immer von Arbeit, Kopfzerbrechen, Mühe und doch auch von viel Freude begleitet. Es beginnt mit der Suche eines geeigneten Platzes, der Beschaffung der Römer, des Tannengrüns, der Kranzschleifen und vielem mehr.
Bei uns im Elbland ging es am Mittwoch vor dem Volkstrauertag mit den Vorbereitungen los. Das Tannengrün wurde geschnitten und aufgeladen. Donnerstag stand die Vorbereitung des Platzes an. Am Freitagabend trafen sich die Kameraden und Freunde um gemeinsam die Kränze und Gestecke zu gestalten, was Zeit bis tief in die Nacht in Anspruch nahm. Sonnabend wurden die restlichen Arbeiten beendet, Gedenksteine gesäubert und noch die Schleifen abgeholt.